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Was unsere Pflanze des Monats „das drüsige Springkraut“ mit der Harzklub-Fachtagung der Naturschutzwarte am 12.09.2020 zu tun hat erfahrt ihr hier:

20 Interessierte folgten der Einladung in die Revierförsterei Lerbach. Dieses Jahr standen Konzepte von Schutzwäldern und naturnah bewirtschafteten Wäldern mit Besuch des Landesforst Lerbach im Mittelpunkt. Durch den Tag führte Revierleiter Heiner Wendt. Unsererseits nahm Naturschutzwart Cornelius Meyer-Stork an dem Treffen teil und beschreibt den Tag für uns wie folgt:

Wenige alte Weißtannen verjüngen sich über weite Entfernung in dem absterbenden Fichtenwald. Für das Gelingen der Verjüngung ist ein niedriger Wildbestand erforderlich. Hr. Wendt markiert die Weißtannen, sowie andere Besonderheiten wie Sträucher oder Feuchtbiotope am Wegrand, mit Bändern, damit diese bei den Forstarbeiten nicht zerstört werden. Die Fichtenbestände sterben flächig ab. Man hat es aufgegeben, das gesamte Holz zu ernten, auch wegen der schlechten Preise. Es wird nur noch Verkehrssicherung entlang der Wege betrieben. Teilweise wird ein hoher Fällschnitt vorgenommen, um die Stubben als Todholz zu belassen. In solchen Stubben siedelt z. B. die schwarze Rossameise. In der Diskussion wurden verschiedene Baumarten besprochen, mit denen aufgeforstet werden kann. Gezeigt wurden kleine Flächen mit Hybridlärche (Kreuzung japan. + europ. Lärche) und Douglasie. Der Weg geht zum Schluss durch einen Schluchtwald mit 200-jährigen Bergahornen! Es ist ein Naturwaldreservat, welches nicht mehr bewirtschaftet wird. Lediglich Saatgut des Bergahorn wird hier geerntet. Die Esche ist hier bereits durch das Eschentriebsterben nicht mehr vorhanden. Charakteristische Pflanze ist die Mondviole (ausderndes Silberblatt), die im Frühjahr weiß bis zartlila blüht und im Spätsommer von Mehltau überzogen wird. Auf feuchten Waldstandorten kommt auch das drüsige Springkraut vor (indisches Springkraut). Die Bestände sind durch die Trockenheit zurück gegangen. Den Samen, der jung weiß ist und später schwarz) kann man essen. Er hat einen wunderbar nussigen Geschmack wie Walnuss und eignet sich auch zum Würzen von Salaten. Zum Schluss rätselten noch alle Teilnehmer vor einem Strauch am Wegesrand mit intensiv roten Beeren. Wir erfuhren, es handelte sich um eine Zwergmispel (Cotomaster).

Zusammenfassend war es ein guter nachhaltiger Tag mit anregendem Austausch und teilweise auch Vermittlung von bisher nicht bekannten Informationen. Bedrückend sind die dort bereits sichtbar sterbenden Buchen. Eindrucksvoll waren die uralten Ahorne und die weiten Bergwiesen, welche es auf unserer Harzseite so ausgeprägt nicht gibt.

Und 2021?

Findet das Naturschutzwartetreffen im September in Drübeck statt!

Wir freuen uns darauf.

Spontan haben wir uns entschlossen als Pflanze des Monats das Drüsige Springkraut zu küren. Hier ein kleiner Steckbrief und ein schmackhaftes Rezept:

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